Gesundes Essen – oder was man dafür hält

An wenigen Sachen kommt man derzeit so wenig vorbei wie an Ernährungstrends. Wer sich morgens nicht schon zum Frühstück Chia-Samen oder Matcha-Tee reinzieht, hat keinen blassen Dunst von gesundem Essen, so scheint es.

Auch die tägliche Avocado muß unbedingt sein, ist sie doch reich an ungesättigten Fettsäuren. Superfood gehört mittlerweile zum täglichen Speiseplan wie das Amen in der Kirche. Gibt man diesen Begriff bei Amazon ein, dann kann man in Folge dessen den Laden leerkaufen, wenn man das wirklich durchziehen will.

Einfach nur mal so irgendwas essen, worauf man gerade Lust hat: Ein No-Go!

Aber ist es vernünftig, jedem Ernährungstrend zu folgen, der gerade „in“ ist?

Ich finde: Nein. Und es muß auch mal erlaubt sein, einen ungesunden Burger von McDonalds zu essen, mit fetten Pommes und obendrauf einer Menge Ketchup oder Majo – je nach Geschmack. Solange man sich nicht ausschließlich so ernährt, ist doch eigentlich alles in Butter.

Für diejenigen, die aber immer noch alles ganz genau wissen wollen, was sie da eigentlich essen und ob das wirklich so gesund ist, gibt’s jetzt was ganz Tolles: Den Nutri-Score.

Lange wurde hier rumdiskutiert, nun tritt er im November endlich in Kraft. Allerdings: Nur auf freiwilliger Basis, und wer diesen Score innerhalb der EU verwendet, macht dies immer nur freiwillig. Denn egal ob Frankreich, Niederlande, Dänemark….. Verpflichtend ist dieser Score EU-weit anscheinend nirgends.

Aber, ich finde, das ist immerhin schon mal ein Anfang, wenn man künftig bunt auf weiß hat, daß das, was man sich gerade reinziehen will, überwiegend gesund ist.

Und zum Thema Superfood: die sind natürlich nährstoffreich. Aber: man muß auch bedenken, woher dieses Superfood kommt. Genau wie die Avocado (welche aufgrund ihres hohen Wasserbedarfs beim Anbau eine ähnliche „Umweltsau“ ist wie Cashewnüsse, die leider in so gut wie jeder Nussmischung drin sein müssen, aber teils unter menschenunwürdigen Bedingungen gewonnen werden) reisen Chia-Samen und Co. mal eben schnell durch die Weltgeschichte, damit diese auf unserem Teller landen.

Nachhaltig ist DAS nicht.

Daher hat die Verbraucherzentrale eine Liste mit heimischen Lebensmitteln erstellt, die mindestens genauso nährstoffreich und ebenso lecker sind.

Wenn man also etwas für die Umwelt tun will, dann sollte man zuallererst darauf achten, woher das Lebensmittel kommt. Welche Transportwege hat es schon zurückgelegt? Wo wird es angebaut? Unter welchen Bedingungen? Auch in Zutatenlisten finden sich versteckte Sünder.

So gibt es zum Beispiel sehr viele Lebensmittel, die ohne die Zutat Palmöl nicht auszukommen scheinen. Klar, ist billiger als Butter. Aber leider geht da auch teils der Regenwald dafür drauf.

Es gibt natürlich auch Palmöl, welches nachhaltig angebaut wird, aber leider ist genau das auf dem entsprechenden Lebensmittel nicht deklariert.

Ich finde das problematisch, denn es gibt mehr und mehr Menschen, die sich entscheiden, vegan oder vegetarisch zu leben.

Natürlich ist das ein sehr guter Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz, bringt aber nix, wenn das Soja für Fleischersatzprodukte aus Südamerika kommt oder das Palmöl nicht nachhaltig angebaut wird. (Funfact: Ja, Soja ist auch ein beliebtes Futtermittel für Tiere , hier wird von den Bauern selbst jedoch schon so viel Soja angebaut, daß sie auf Importe aus Südamerika verzichten können und dies auch tun)

Wer jetzt denkt, „sowas esse ich eh nicht“ – der irrt gewaltig.

Habt ihr euch schon mal die Zutatenliste von Nutella angesehen? Oder von normaler Schokolade? Ich sage deshalb „normale“ Schokolade, weil ich Schokolade der Firma Lindt als etwas hochwertigere Schokolade betrachte. Von dieser Firma gibt es zum Beispiel einen Schokoladenbrotaufstrich OHNE Palmöl. (welcher, nebenbei gesagt, auch besser schmeckt als Nutella).

Die bessere Alternative zu verarbeiteten Lebensmitteln ist natürlich, selbst zu kochen. Allerdings sollte man vorher wissen: Das fertige Essen kann immer nur so gut sein, wie die Zutaten, die man verwendet hat.

Es nützt nix, wenn man für einen Salat die billigsten Wassertomaten aus dem Supermarkt kauft oder für sein Schnitzel das billigste, was der Discounter um die Ecke hergibt. Ein gutes Essen beginnt mit guten Zutaten.

Auch hier: Wer etwas für Umwelt und Klima tun will, kauft möglichst regional ein. Wer Glück hat, der kann dies auf einem Wochenmarkt in seiner Nähe tun, wer Pech hat, muß sich seine Märkte suchen. Sehr empfehlenswert sind die Obst- und Gemüseläden, die es in jedem größeren Ort gibt. Meistens geführt von Mitbürgern mit Migrationshintergrund. Lasst euch gesagt sein: Bevorzugt dort einkaufen! Die Verkäufer dort wissen genau, wie gutes Obst und Gemüse zu schmecken hat, und kaufen dementsprechend ein. Außerdem ist der Service dort immer freundlich und hilfsbereit, und auch wenn man mal etwas Neues probieren möchte, wird einem auch immer nett weitergeholfen. Dort findet man auch so Dinge wie Ajvar, gerade in der Grillsaison eigentlich unverzichtbar. Und manches Mal sogar selbstgemachte Feinkost.

Wer auf tierische Produkte nicht verzichten möchte, der sollte den Bauern um die Ecke aufsuchen, falls nicht verfügbar, dann empfehle ich ein Fleischereifachgeschäft oder Metzger. Die beziehen ihre Ware meist von Bauern, die ihren Hof in nicht allzuweiter Entfernung haben (von wo genau lässt sich meist schon im Verkaufsraum einfach feststellen oder erfragen). Dies bedeutet auch gleichzeitig, daß die Tiere, anders, als bei zum Beispiel Tönnies, nicht erst mal quer durch ganz Deutschland gekarrt werden, bevor sie geschlachtet werden. Kaufen beim Bauern oder beim Metzger ist meist gleichbedeutend mit mehr Tierwohl, sofern der Metzger regional einkauft.

Wer nicht weiß, zu welchem Metzger er gehen kann, dem empfehle ich die Kette der Firma Boneberger oder Herrmannsdorfer, bei letzterem ist auch ein Besuch in der Stammfiliale sehr empfehlenswert. Besonders mit Kindern, die dort lernen, wo unser Fleisch eigentlich idealerweise herkommt.

Klar, dort zahlt man ein wenig mehr als im nächstgelegenen Supermarkt, aber die Qualität ist um Längen besser. Kauft man dort ein, weiß man, was man bekommt, und gibt das Geld gern aus. Während ein Schnitzel aus dem Discounter in der Pfanne immer kleiner wird, hat man dieses Problem bei einem Schnitzel von einem guten Metzger nicht. Zudem hat man dann keine trockene Schuhsohle auf dem Teller liegen, sondern ein zartes Schnitzel (außer natürlich man kann nicht kochen, dann tun es aber auch die Zutaten vom nächsten Discounter).

Auch bewährt haben sich sogenannte Regiomaten, die immer mehr in Mode kommen, und eine gute Auswahl an Kartoffeln, frischen Eiern, Fleisch, Wurst und dergleichen mehr bieten, je nach Anbieter.

Zum Thema Eier: Kauft immer welche, bei denen das Huhn Auslauf hat. Ob es Bodenhaltung ist oder noch besser Freilandhaltung, das Ei schmeckt einfach besser, je besser es dem Huhn geht. Ist einfach so. Wer schon mal Eier von freilaufenden Hühnern gegessen hat, der erkennt den Unterschied sofort. Da ist der Dotter nicht wässrig-hellgelb, sondern fest und orange.

Wer damit einen Kuchen backt, oder Spätzle macht, wird froh sein, ein gutes Produkt für ein gutes Endergebnis verwendet zu haben.

Es gibt viel, woran man sparen kann, aber sofern man es sich leisten kann, sollte man beim Essen immer auf regionale Zutaten achten. Man tut nicht nur etwas fürs Klima und für die Umwelt, sondern auch für einen selbst und muß nicht schlecht essen.

Wer es sich weniger leisten kann: Von der Qualität her würde ich Obst und Gemüse tatsächlich eher bei Lidl und Aldi kaufen, eher noch bei Lidl als bei Aldi, da dort die Auswahl besser ist. Die Qualität ist oft besser als in anderen Discountern.

Bei Fleisch gibt es bei Rewe und Aldi mittlerweile auch Tierwohlaufkleber, auch hier gilt, je höher das Tierwohl, desto besser die Qualität.

Auch Konserven sind nicht so schlecht wie ihr Ruf, wenn möglich, würde ich aber eher zu Tiefkühlkost greifen, da die Zeit von Ernte oder Schlachtung bis Verarbeitung und Frosten kürzer und die Ware daher frischer ist.

Bei Tiefkühlkost gibt es auch schon sehr gute bei den Supermärkten und Discountern, hier würde ich allerdings sagen, je weniger verarbeitet, desto besser. Das Cordon-Bleu aus Hähnchenbrustfilet mit Putenschinken ist dabei dem Cordon-Bleu aus zerkleinertem Fleisch vorzuziehen…..

In jedem Fall aber gilt, je mehr selbstgemacht, desto gesünder, und – mit etwas Übung – umso leckerer. Nicht vergessen darf man dabei aber auch Kräuter und Gewürze, welche auch positive Effekte auf die Gesundheit haben können.

In diesem Sinne: Guten Appetit!

 

Ich weiß, niemand kann es mehr hören, aber……

Beginnen möchte ich mit einem Bild, das ich in den Weiten des Internet gefunden habe. Eigentlich spricht es für sich, und eigentlich muß man dazu gar nicht mehr viel sagen. Möchte man meinen.

Denn wenn man sich die aktuellen Nachrichten so ansieht, könnte man glauben, ein nicht unwesentlicher Teil unserer Bevölkerung lebt unter einem Stein, oder zumindest in einer Parallelwelt, in der Corona nicht existiert.

Wie sonst lassen sich erneut steigende Infektionszahlen erklären, obwohl nicht nur ganz Deutschland, sondern die ganze Welt in den vergangenen Monaten hart daran gearbeitet hat, die Infektionszahlen zu senken? Gut, vielleicht abgesehen von ein paar Ausnahmen wie zum Beispiel den USA oder anfangs auch den Briten, die ja ohnehin schon lange und eigentlich schon immer in einer anderen Welt leben als der Rest von uns.

Lange riss sich so gut wie jeder am Riemen, blieb zuhause, feierte Verkaufs- und Pflegepersonal, daß sie in diesen ungewöhnlichen Zeiten so mutig sind, für uns arbeiten zu gehen um den Laden am Laufen zu halten, und heute?

Heute wird gejammert, wenn man für fünf Minuten eine Gesichtsmaske aufsetzen muß, damit man sich im Supermarkt um die Ecke ein Feierabendbier kaufen kann, oder wenn man andernorts auch mal länger einen Mund-Nasen-Schutz tragen muß, um sich und andere zu schützen. Ja, ich hasse diese Dinger auch, aber sie sind verdammt nochmal notwendig!

Übrigens, an dieser Stelle sei es nochmal gesagt: Ein Mund-Nasen-Schutz heißt Mund-Nasen-Schutz, weil man ihn über Mund UND Nase trägt, und nicht UNTER der Nase oder nur überm Kinn. Wer meint das wäre die richtige Tragweise beweise wenigstens so viel Rückgrat und lässt das Maskentragen ganz sein. Kommt aufs Gleiche hinaus.

Warum ich euch heute damit nerve?

Ja, Corona kann keiner von uns mehr hören. Mich kotzt das Thema auch an. Aber nicht, weil ich überall da, wo man gern hingeht, eine Maske tragen muß: Im Kino, beim Einkaufen, beim Essengehen etc., sondern weil es immer noch genug Idioten gibt, die es nicht kapiert haben.

Abstand? Kennen die nicht. Höchstens wenns um Fußball geht, fällt diesen Zeitgenossen irgendwas mit 11 Meter ein.

Hygiene? Waren das nicht die Viecher in der Wüste, die gern Aas fressen?

Alltagsmasken? Haben wir denn schon wieder Halloween oder was?

Leute: Ihr beschwert euch über die Einschränkungen, und rafft nicht, daß ihr ein Teil des Problems seid.

Mehr Maskenträger (und zwar die Maske über Mund UND Nase getragen) -> weniger Neuinfektionen -> sinkende Infektionszahlen -> frühere Rückkehr zu etwas, was annähernd als normal empfunden wird.

Eine Maske kann zwar nicht zu 100 % vor einer Ansteckung schützen, macht sie aber weniger wahrscheinlich.

Schade, daß man denen unter euch, die es immer noch nicht verstanden haben, erklären muß.

Falls ihr jetzt denkt: „ich bin doch nicht blöd, klar weiß ich das alles! Aber ich hab halt keinen Bock auf den Scheiß, ich steck ich mich eh nicht an!“ Oder „ich hab den Krieg überlebt, ich überlebe alles!“ – dann sei euch gesagt: Es ist niemand, wirklich niemand, vor einer Infektion sicher. Nicht mal die, die bereits Corona hatten.

Oder falls ihr denkt, ihr seid zu jung für Corona, dann täuscht ihr euch auch. Jüngst wurde bekannt, daß sich in den USA bereits hunderttausende Kinder mit dem Virus infiziert haben. Jüngst 97.000 innerhalb von nur zwei Wochen.

Zudem stieg die Zahl der Krankmeldungen der unter 40-Jährigen wegen Corona an, während der Wert bei den über 40-jährigen recht stabil blieb.

Bei Menschen außerhalb des Rentenalters oder bei denen ohne Vorerkrankung (wobei bereits eine Schilddrüsenunterfunktion eine Vorerkrankung ist!!!!) gibt’s nur milde Verläufe? Falsch gedacht, wie man an diesem Beispiel sieht. Leider ist es nicht das einzige, wer danach sucht findet einige.

Draußen kann man die Sau rauslassen und feiern wie man Bock hat? Leider auch falsch. Corona und Aerosole machen keinen Unterschied zwischen drinnen und draußen.

Leider muß man aber auch sagen, daß die Medien ihr übriges tun, um einen falschen Eindruck zu vermitteln. Es fängt bereits damit an, daß jeden Tag darüber berichtet wird, wie viele Kranke als inzwischen genesen gelten. Auch wenn immer wieder darauf hingewiesen wird, daß sich niemand gesund melden muß, und man einfach davon ausgeht, daß diese Patienten wieder gesund sind, heißt das noch lange nicht, daß es den als genesen Geltenden auch wirklich wieder gut geht. Glaubt ihr nicht? Nur 12 % der Erkrankten sind nach zwei Monaten komplett symptonfrei.

Statt auf Facebook nach vermeintlichen und selbsternannten Fachleuten zu suchen, die vor Jahren mal ein Grippe hatten und seither nicht mehr, obwohl sie grundsätzlich nie zu Impfungen gehen und Ärzte für die Handlanger der bösen Pharmaindustrie halten, solltet ihr vielleicht mal denen zuhören, die sich wirklich auskennen. Denen, die Corona überlebt haben, und noch heute mit Einschränkungen zu kämpfen haben.

Denn die Liste der Langzeitfolgen ist lange, und auf ihr finden sich nicht nur Organschäden, sondern auch Gedächtnisverluste, bis hin zu Halluzinationen und Luftnot.

Und wenn ihr gelesen habt, was Corona sogar mit einem gesunden, jungen Menschen machen kann, dann fragt euch selbst:

Ist mir die nächste Party/Familienfeier/Urlaub ohne AHA (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) dieses Risiko wert?

Denn eins ist auch klar: Wer auf sich aufpasst und sich an die Regeln hält, minimiert das Risiko, sich anzustecken.

Maske heißt nicht, daß man nie mehr rausgehen kann.

Maske heißt nicht, daß man auf Urlaub verzichten muß.

Maske heißt nicht, daß ich als Träger ein blinder fremdgesteuerter Lemming bin (wobei man den Lemmingen auch Unrecht tut, aber das wissen nur die, die sich selbst schlau machen können und nicht alles undifferenziert glauben)

Maske heißt nicht Einschränkung in den Grundrechten (wenn dem so wäre, dann wären meine Grundrechte ja alleine deshalb schon eingeschränkt, weil ich nicht nackt auf die Straße darf. Wo ist schließlich der Unterschied zwischen Maske tragen oder überhaupt Klamotten tragen?)

Maske heißt, Rücksicht auf andere zu nehmen und das Risiko für sich und andere zu minimieren. Wenn ihr auf andere aufpasst, passt ihr auch auf euch selbst auf.

Und heißt es nicht auch, „Meine Freiheit endet dort wo die Freiheit des anderen beginnt“? Wer also für Freiheit von der Maskenpflicht demonstriert, demonstriert nicht für Bürgerrechte, sondern gegen Bürgerrechte.

Wenn es euch hilft, dann bestellt euch doch einfach keine 08/15-Maske, sondern etwas, was nicht jeder hat. Sowas Schickes zum Beispiel, oder etwas in der Art, damit bringt ihr auch euren Unwillen in jeder Situation zum Ausdruck, und haltet euch trotzdem an die Regeln.

Und ihr werdet sehen, so sinken die Zahlen wieder, irgendwann ist dieser Mist beherrschbar, und in Folge dessen wird mehr gelockert.

Dann gibt’s vielleicht doch irgendwann mal wieder Fußballspiele mit Fans, statt ohne, Konzerte, oder auch nur einen Weihnachtsmarkt.

Deal?

 

 

 

 

Homeoffice

Ich weiß gar nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber ich arbeite seit Ostern herum im Home Office. Na ja, um genau zu sein, heißt dies in der Firma, in der ich arbeite, „temporäres Arbeiten von zu Hause aus“.

Das hat, soweit ich weiß, versicherungstechnische Gründe. Ich hab mir sagen lassen, wenn man wirklich im Home Office arbeitet, dann gibt es vom Gesetzgeber gewisse Vorgaben, wie zum Beispiel, daß man einen Feuerlöscher im Home Office zur Hand hat. Beim „temporären Arbeiten von zuhause aus“ ist das allerdings nicht nötig. Nun ja, einen Feuerlöscher habe ich trotzdem daheim, nachdem wir gerne mal Räucherwerk anzünden oder auch mal Kerzen oder Teelichte. Wir hatten da schon mal das ein oder andere Erlebnis – bis hin zum Staubbrand hinterm Fernseher mit einer meterhohen Stichflamme. Auch wenn das schon ein paar Jahre her ist, so kann ich auf eine Wiederholung dieses Erlebnisses doch gut und gerne verzichten.

Angefangen hat es damit, daß ich in der Karwoche nur halbtags gearbeitet habe. Ich habe zwar nur einen Arbeitsweg von einfach 30 Minuten, aber mein Chef befand, bei einer Arbeitszeit von nur 4 Stunden täglich rentiert es sich eigentlich nicht, ins Büro zu kommen. Und eigentlich könnte ich doch auch von zuhause aus arbeiten (zumal Corona zu der Zeit schon in aller Munde war). Obwohl ich erst im Januar in der Firma angefangen hatte, muß ich sagen, daß diese Art Arbeiten super geklappt hat.

Hatte ich Fragen, so war mein Chef maximal einen Skype- oder Telefonanruf entfernt (später kam noch Microsoft Teams dazu). Die Ausrüstung für Arbeiten von zuhause aus hat komplett die Firma gestellt, das Einzige, was die Firma nicht stellen kann, ist Strom. Aber dafür spart man sich Unmengen an Benzin (selbst bei einem Hybridauto) und Zeit. Sogar telefonieren läuft über das Firmennetzwerk, so daß jeder, den ich anrufe, nicht die Telefonnummer von mir zuhause auf dem Display hat, sondern die meines regulären Arbeitsplatzes in der Firma.

Am Tag nach Ostern dann war ich wieder regulär arbeiten, als unser übernächster Vorgesetzter (aus dem Zimmer nebenan) in unserem Büro stand und uns fragte, warum wir noch immer zu zweit in selbigem sitzen, angesichts der herrschenden und wohlbekannten äußeren Umstände. Nachdem wir bereits zuvor entschieden hatten, daß ich gegen Ende der Woche wieder von zuhause aus arbeite, zogen wir das einfach auf den nächsten Arbeitstag vor und seither ist mein Büro ein Schreibtisch in der Ecke unseres Wohnzimmers, seit gestern komplettiert durch einen zweiten Bildschirm, den mir die Firma bereitgestellt hat. Am Wochenende habe ich diesen im Büro abgeholt. Und ich muss sagen, mit zwei Bildschirmen arbeitet es sich einfach besser.

Früher konnte ich mir nicht vorstellen, von zuhause aus zu arbeiten. Ich hatte die Vorstellung, zuhause würde ich nichts schaffen, weil  zu viele Ablenkungen. Tatsächlich muß ich aber sagen, das Gegenteil ist der Fall. Man verbringt zuhause viel weniger Zeit damit, durchs Haus zu laufen, Unterbrechungen durch Kollegen, die einem einen Besuch abstatten, fallen weg, und es gibt im Grunde genommen sogar WENIGER Ablenkungen daheim, denn nachdem zuhause keiner hinter einem vorbei läuft, hat man auch nix zu kucken, wer es denn dieses Mal ist, und ob das eventuell jemand ist, den man gerade braucht. Kennt man ja. Im Grunde ist es ganz einfach: Solange ich an diesem Schreibtisch sitze, bin ich in der Arbeit. Der Rest der Wohnung ist zuhause. Und das funktioniert ziemlich gut.

Nervig ist in dem Zusammenhang einzig und allein die Baustelle ein paar hundert Meter entfernt, so daß man sich über schlechtes Wetter jedes Mal umso mehr freut, dann ist da drüben Ruhe.

Abgesehen vielleicht vom Nachbarn, der kürzlich seiner Wohnung ein paar Löcher mehr hinzuzufügen meinte, mitten in der Mittagszeit. Natürlich mit einer möglichst lauten Bohrmaschine, so daß ich schon fürchtete, das würde den ganzen Nachmittag so gehen, was Gott sei Dank nicht der Fall war, da ich wenige Minuten später ein Meeting hatte.

Meetings selbst funktionieren auch erstaunlich gut, außer – was ab und an vorkommt – die Einstellungen des Headsets verstellen sich mal wieder von alleine. Das passiert immer wieder einmal, aber nicht nur mir, sondern auch Kollegen von mir.

Von a) ich höre Kolleg*in aber umgekehrt nicht bis b) Kolleg*in hört mich aber umgekehrt nicht bis c) niemand hört keinen, ist da alles dabei. Kürzlich passierte die Umstellung mitten im Meeting, als ich auf dem Bildschirm etwas zeigte und mich nach einigen Minuten wunderte, warum es nach einer Frage von mir auf einmal so still in der Leitung war. Eine kurze Klärung über den Besprechungs-Chat löste das Rätsel. Ich hörte meine Kollegen, aber sie mich nicht mehr. Es blieb nix anderes übrig, als das Meeting zu verlassen und neu zu betreten, und dann nochmals an den Einstellungen rumzuprobieren. Nach einigen Minuten Herumfuhrwerkens funktionierte dann wieder alles.

Abgesehen von Skype, Microsoft Teams und Telefon aber funktioniert der Rest einwandfrei, warum es solche Probleme mit Video und Audio gibt, entzieht sich aber meiner Kenntnis.

Aktuell ist mein temporäres Arbeiten von zuhause aus noch bis Ende September geplant, allerdings kann es sein, daß das noch verlängert wird.

Und so sehr ich meinen Chef und meine Kollegen auch mag und schätze, so froh bin ich angesichts steigender Corona-Infektionen aber, daß mir mein Arbeitgeber diese Möglichkeit bietet. Letzterer führte kürzlich sogar eine Umfrage und eine Untersuchung darüber durch, wie sich Arbeiten von zuhause aus auf die Produktivität auswirkt, und kam zum gleichen Ergebnis wie eine Studie: überaus positiv, die Produktivität steigt – und sinkt nicht etwa, wie gemeinhin angenommen.

Diese Erfahrung machte nicht nur ich selbst, sondern auch mehrere Leute in meinem Umfeld. Daher erwägt mein Arbeitgeber nun für die Zukunft, sobald die Krise vorbei ist, noch flexiblere Arbeitsmodelle anzubieten (wobei wir schon jetzt keine Kernzeit haben, nur Funktionszeiten, was wahnsinnig angenehm ist – gerade wenn man mal was erledigen muß). Und bis es soweit ist, arbeite ich von daheim aus – in Sicherheit.

Meine Kontakte außerhalb der Wohnung bewegen sich täglich im niedrigen einstelligen Bereich, wenn überhaupt. Kommt drauf an, ob ich einkaufe oder nicht – und das meistens über einen Lieferdienst, weil es nicht nur bequem, sondern sicher und von vornherein übersichtlich ist, was das kosten wird. Anders als manche Supermärkte, die gerne mal falsch auszeichnen und dem Kunden an der Kasse so die ein oder andere unerwünschte Überraschung bieten. (Besonders eine Kette hat sich da in letzter Zeit ziemlich hervorgetan  – mir scheint das ist ne neue Masche).

Überhaupt muß ich sagen, so fies und ätzend Corona ist – diese Krise bietet auch Chancen. Chancen auf mehr Digitalisierung, mehr Flexibilität beim Arbeiten, mehr Nachhaltigkeit (nicht jeder Popel im Business muß persönlich bequatscht werden – schon gar nicht wenn der eine z.B. in Deutschland lebt und arbeitet und der Geschäftspartner auf Papua Neuginea) und eine andere Sicht auf manche Dinge (wie zum Beispiel, daß der Mensch den größten Einfluß auf Natur und Umwelt hat, wie Daten während des Lockdowns von Wissenschaftlern zeigen – was von vielen ja bisher vehement verneint wurde).

Aber das ist ein anderes Thema.

 

Reisen in Zeiten Coronas

Nun beginnt sie wieder, die Reisezeit. Die großen Ferien sind in manchen Bundesländern schon gestartet, in Bayern brechen sie Ende Juli an.

Viel wurde im Vorfeld diskutiert, vor allem und nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie, die ganz Deutschland seit Ende Februar in Atem hält und spätestens mit Mitte März diesen Jahres auch vom letzten Haushalt in der Republik zur Kenntnis genommen wurde – genommen werden musste.

Fast überall gab es einen Lockdown, der, je nach Bundesland, mehr oder weniger streng ausfiel. Fast überall? Ich bin mir sogar ziemlich sicher, daß es überall einen gab, in mehr oder minder schwerer Form. Aber um ehrlich zu sein, gleichen die Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland einem Flickenteppich. Bis Mai blickte ich noch halbwegs durch, jetzt ist es damit ganz vorbei.

Da es nicht nur mir so geht, zumindest ist das schwer anzunehmen, hier ein kleiner Erfahrungsbericht.

Der ein oder andere weiß vielleicht, daß mein Mann und ich gerne reisen. Bevorzugt mit dem eigenen Auto (mit dem alten und dem neuen – ja, beides ein Prius, aber unterschiedliche Generationen).  Seitdem wir uns kennen, waren wir nur einmal mit dem Flugzeug im Urlaub, und das ist schon einige Zeit her (wir sind übrigens seit 15 Jahren zusammen) und oft auch innerhalb Deutschlands. Letztes Jahr waren wir in Dänemark und Schweden, Dänemark hatten wir tatsächlich schon zuvor einmal besucht und seither immer wieder einmal. Gerade wenn wir in Norddeutschland unterwegs sind, rentiert sich sogar ein Tagesausflug nach Dänemark, je nachdem, von wo aus man startet. Aber das nur so nebenbei.

Im März hatten wir zwei verlängerte Wochenenden geplant, eines in der Nähe von Nürnberg, das andere in Oberstdort, bei beiden grätschte Corona dazwischen. Zu Ostern wollten wir ebenfalls gerne ein wenig ausspannen, es endete jedoch damit, daß wir unseren Urlaub stornierten und daheim blieben. Wir wollten uns die kostbaren Tage für die Zeit sparen, wo Reisen wieder möglich wäre, und gerade auch Übernachtungen außerhalb des eigenen Zuhauses.

Im Mai hatten wir ursprünglich erst ein Wochenende am Mondsee in Österreich geplant, im Salzburger Land, danach wollten wir nach Jesolo in Italien, da unser Steuerberater davon so schwärmt und wir uns das mit eigenen Augen ansehen wollten.

Als dann klar wurde, daß weder das eine, noch das andere möglich sein würde, stornierten wir beides und buchten auf zwei uns bereits bekannte Hotels in Deutschland (für Interessierte: Köhlers Forsthaus und Ringhotel Sellhorn)  um in der Hoffnung, daß es bis dahin wieder möglich sein würde, ein paar Tage zu verreisen.

Mit Spannung las ich mehrmals täglich den Newsticker von n-tv, den vom Bayrischen Rundfunk und verfolgte ganz genau das Geschehen auf Phönix um ja auf dem Laufenden zu bleiben und keine noch so kleine Meldung zu verpassen. Als dann klar wurde, daß wir im geplanten Zeitraum nicht nach Niedersachsen würden fahren können, war die Enttäuschung sehr groß.

Mittlerweile waren wir aber beide schon urlaubsreif, so daß wir die Woche Auszeit dann zumindest zuhause nehmen wollten. Als dann jedoch Schleswig-Holstein verkündete, ab dem Tag nach unserem Urlaubsbeginn für touristische Übernachtungen wieder zu öffnen, wurde umgehend ein Hotel in Schleswig-Holstein gebucht.

Klar war, daß wir unserer Lieblingsbeschäftigung – Abhängen im Wellnessbereich und saunieren bis der Arzt kommt – nicht frönen würden können. Aber wir riskierten es und fuhren trotzdem, für 4 Nächte.

Bereut haben wir es trotzdem nicht. Ja, die Sauna fehlte, obwohl de facto dort im Friederikenhof eigentlich vorhanden. Sogar ungemein fehlte sie uns, aber der Erholungseffekt war trotzdem da. Das Wichtigste, etwas anderes sehen und hören und ausspannen und abschalten, erfüllte dieser Urlaub.

Ja, es war ein Urlaub mit Einschränkungen, natürlich.

Was war anders? Wie erwähnt, Sauna und Wellness im Allgemeinen war leider nicht möglich. Im Hotel selbst nicht und auch nicht anderswo.

Aufgefallen ist uns, daß der Zimmerservice seltener da war. Ob das nun mit Corona zusammenhängt oder nicht, können wir nicht beurteilen, da wir das Hotel zuvor nicht kannten. Sauber waren die Räume aber dennoch überall als wir sie bezogen haben, und der Zimmerservice kam – aber eben nicht so oft wie von uns gewohnt.

Im Hotel und im Restaurant herrschte da schon die Maskenpflicht. Abgenommen werden durfte sie nur im Hotelzimmer oder wenn man am Tisch saß, um zu essen. Und natürlich musste man sich bei jedem Essen als Gast registrieren, nebst Adresse und Telefonnummer.

Buffet war nicht möglich, Frühstück bestellte man einen Tag/Abend vorher, und dieses wurde an den Platz gebracht. Aufgrund der Hygienevorschriften war es auch nicht einmal möglich, sich an den im Frühstücksraum aufgestellten Vollautomaten ein Heißgetränk zu holen.

Selbst wenn man sich nur Salz, Zucker oder Pfeffer vom Sideboard beim Buffet nehmen wollte, war sofort die Servicekraft zur Hand und verbot einem die Nutzung des ersehnten Gewürzes, aus Gründen der Hygiene.

Außerhalb des Hotels galten natürlich auch für uns Urlauber die landesüblichen Vorschriften.

Auffällig dabei war allerdings, daß es viele Leute nicht so genau nahmen. Dicht an dicht saßen teils auch größere Gruppen an den Landungsbrücken in Lübeck, als ob es eine Pandemie nicht gäbe.

Seltsam fand ich persönlich: Während bei uns in Bayern für Verkäufer UND Kunden die Maskenpflicht galt, war die Maskenpflicht in Schleswig-Holstein für Verkäufer komplett ausgesetzt. Egal, ob trennende Plexiglasscheibe vorhanden oder aber auch nicht.

Aber der Urlaub war es trotzdem wert, gemacht zu werden. 

Das war Mitte Mai, und seither hat sich noch einiges geändert.

Und wie wohl die meisten Bundesbürger hatten wir für den Sommer einen längeren Urlaub geplant. Ursprünglich hatten wir vor, 3 Wochen frei zu nehmen, und mit dem Auto durch Skandinavien ans Nordkapp zu reisen.

Aber auch daraus wurde nichts, und nachdem man für einen Urlaub in Deutschland keine drei Wochen braucht, haben wir eine Woche bei unseren Arbeitgebern storniert und im Herbst dafür anders verplant.

Konkret war der Grund der, daß wir, hätten wir unsere Reise wie geplant durchgezogen, durch Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen gereist wären. Und mit Corona ergibt sich die Problematik: Nur ein Land muß aus dem Raster fallen, nur ein Land braucht es, um nach dem Urlaub in Quarantäne zu müssen, wenn man es denn überhaupt heim schafft, weil vielleicht ein Land die Grenzen dicht gemacht hat.

Die Nordkapp-Reise zu canceln, bzw. zu verschieben (meinen Reiseplan, wann wir wo gewesen wären, habe ich noch, nebst Hotellinks – den kann ich 1:1 hoffentlich nächstes Jahr in die Tat umsetzen), erwies sich als goldrichtig, denn Schweden ist bekannt für seinen europäischen Sonderweg. Die Ansteckungszahlen dort waren zeitweise so hoch wie sonst nirgends, pro Kopf gerechnet, und schlug teils sogar noch die USA.

Lockdown? Kontaktbeschränkungen? Maskenpflicht? Alles Fehlanzeige, dort wird auf den gesunden Menschenverstand gesetzt. Wie hoch der angesichts der immer weiter steigenden Infektionszahlen eingeschätzt werden darf, das bleibt jedem selbst überlassen.

Zeitweise machten sogar die skandinavischen Nachbarn die Grenzen zu Schweden dicht, ob diese mittlerweile wieder offen sind….

Dazu kommt, Rückreisende aus Schweden müssen derzeit in Bayern für 14 Tage in Quarantäne. Obwohl ich derzeit als Schutzmaßnahme meiner Firma von zu Hause aus arbeite, erschien mir diese Option als nicht besonders verlockend. Quarantäne? Im Sommer? Dazu das Risiko einer Ansteckung mit ungewissem Ausgang? Nein, danke….

Skandinavien kam also nicht in Frage.

Ein Blick auf die aktuelle Lage zeigte zudem: Reisen ins Ausland – wenn, dann nur innerhalb Europas – sind nur bedingt zu empfehlen. Aber auch dort ist der jeweilige Zustand sehr fragil, wie nun auch das Beispiel Kroatiens zeigt. Dort war die Pandemie fast besiegt, die Zahlen der Neuansteckungen gingen gegen Null, bis, ja bis…. Bis die örtliche Jugend sich das Feiern nicht mehr verbieten lassen und ohne schützenden Mindestabstand und ohne schützende Maske Party machen wollte. Seither gehen die Neuinfektionen wieder steil nach oben. So steil, daß man schon von einer zweiten Welle spricht.

Ein Grund mehr, von Reisen ins Ausland – wenn auch nur ins europäische, einfach mal abzusehen.

Daher waren wir wieder in Norddeutschland unterwegs, wieder im Ringhotel Sellhorn, auf Amrum , in Husum und natürlich wieder in unserem Lieblingshotel in Aurich. Ganze zwei Wochen waren wir on Tour, und haben die Zeit sehr genossen.

Daß wir eine Pandemie haben, war noch immer spürbar. Nicht zuletzt durch die Registrierungs- und Maskenpflicht.

Jedoch hatten wir im aktuellen Urlaub – jetzt Ende Juni/Anfang Juli – einen entscheidenden Vorteil: Die Wellnessbereiche in Schleswig-Holstein und Niedersachsen durften wieder öffnen, auch Indoor-Schwimmbäder, Whirlpools und Ruhebereiche waren wieder geöffnet.

Beim Frühstücksbuffet gab es Unterschiede: Während es auf Amrum nur möglich war, im Frühstücksraum mit vorbestelltem Frühstück zu essen, oder sich dieses aufs Zimmer bringen zu lassen (wir wählten diese Option und speisten täglich ganz gemütlich um 10 Uhr auf unserem Zimmer, welches die Größe eines kleinen Apartments hatte), so war in Husum der Sturm aufs Buffet möglich, obwohl beides in Schleswig-Holstein liegt.

Was Amrum und Husum gemeinsam hatten war, daß man zwar in die Sauna konnte, diese aber für sich und die Reisebegleitung – also das jeweilige Zimmer – für einen Time-Slot von 2 Stunden reservieren musste. Klar ist es doof, wenn man das planen muß, aber hey: Wann hat man einen Wellnessbereich schon für sich alleine? Ob das nun unbedingt ein Nachteil ist, sei dahingestellt, wenn man den restlichen Tag mit Ausflügen verbringt. Gerade das Hotel in Husum bot sich dafür an, da es direkt am Hafen liegt und dieser und die angrenzenden Restaurants somit fußläufig zu erreichen sind.

Auffällig war auch eine andere Neuerung: Benutzt man eine Fähre so ist es aus Sicherheitsgründen für gewöhnlich nicht gestattet, während der Überfahrt im Fahrzeug zu verweilen. Dieses muß normalerweise verlassen und das Fahrzeugdeck geräumt werden.

In Pandemiezeiten darf man im Fahrzeug sitzen bleiben, was äußerst ungewöhnlich ist. So geschehen auf der Fähre nach Amrum und zurück, wobei wir für uns die Option „Schiff erkunden“ gewählt haben.

Auf dem Schiff – der Fähre – selbst merkt man leider sehr, daß eine Pandemie herrscht. Der Zugang zum angeschlossenen Bordbistro ist nur von einer einzigen Seite aus möglich, da es hierzu eine Einbahnstraße gibt – man kann nur von einer Seite aus rein und zur andren wieder raus. Dies führt im Extremfall dazu, daß man einmal komplett außen rum laufen muß, bis man sich endlich anstellen kann. Auch hier gilt die Maskenpflicht.

In Niedersachsen übrigens ergab sich ein anderes Bild, das Sellhorn und Köhlers Forsthaus hatten also andere Regeln. Im Sellhorn mußten wir an Tag eins das Frühstück vorab bestellen, am nächsten Tag durften wir zwar ans Buffet, uns aber nicht selbst bedienen – die Chefin höchstpersönlich reichte uns an, was wir auf den Teller haben wollten.

In Köhlers Forsthaus wiederum gab es kein Buffet, dort bekam man eine Etagere mit diversen Köstlichkeiten wie Aufschnitt, Obstsalat, Melonenzuschnitte und verschiedener Aufstriche und einen Brot- und Brötchenkorb direkt an den Platz, den Rest, wie zum Beispiel Spiegel- oder Rührei, bestellte man direkt beim Kellner.

Für den Wellnessbereich im Sellhorn hatten wir leider keine Zeit, da wir die Zeit in der Gegend für einen Ausflug in unseren Lieblingsladen an der Ostsee genutzt haben. Gerne hätten wir auch von dort aus einen Tagesausflug nach Dänemark unternommen, was jedoch nicht möglich war, da Dänemark zu dieser Zeit nur Touristen ins Land ließ, die mindestens 6 Nächte bleiben wollten und einen Nachweis dafür hatten. Ich glaube, geändert hat sich hier noch nichts. Aber uns wurde gesagt, der komplette Wellnessbereich sei wieder freigegeben, jedoch für nicht mehr als 5 Leute gleichzeitig.

In Aurich hingegen konnten wir so oft und so lange wellnessen wie wir wollten, sogar mein heißgeliebtes Salzsteinzimmer war geöffnet. Nicht geöffnet war jedoch das Dampfbad, dafür aber beide Saunen und der komplette Ruhebereich, im Haus mit Abstands- und Maskengebot und draußen in den Saunen unter Wahrung des Mindestabstands, so daß in der kleineren Sauna nie mehr als 3, in der größeren nie mehr als 4 Leute gleichzeitig sein durften.

Das war jedoch gut machbar, da die Auslastung derzeit von Gesetzes wegen ohnehin eingeschränkt ist und sich die meisten Gäste noch nicht wieder eingefunden haben.

Und draußen auf der Ruheterrasse im Liegestuhl hielt man einfach Abstand, dann wurde auch keine Maske gebraucht.

Positiv aufgefallen ist uns in Aurich und in Hanstedt, daß dort das bereits bekannte Servicepersonal anzutreffen war. Gekündigt wurde dort niemand, wie uns auch die jeweiligen Hotelbesitzer bestätigten. Zudem scheint es so zu sein, daß ohnehin sehr schwer Servicekräfte zu bekommen sind, und diese – wurden sie trotzdem gekündigt (wie mir eine Servicekraft erzählte, die selbst Bekannte im Tourismus hat) sofort einen neuen Job hatten, auch trotz Kurzarbeit.

Schön fanden wir auch, daß wir mit großer Freude begrüßt wurden, was in einem der beiden Hotels sogar dazu führte, daß der Hotelbesitzer seinen Termin ein paar Minuten wegen uns warten ließ um sich zu erkundigen, seit wann wir schon da sind, wie lange wir bleiben, ob er etwas für uns tun kann und wie es uns geht. Wir waren auch sehr froh zu hören, daß beide Hotels bisher noch vergleichsweise gut durch die Krise gekommen sind, so daß einem Urlaub auch in der zweiten Jahreshälfte nix im Weg steht.

Denn auch den Urlaub in Italien im September haben wir nun zugunsten eines Aufenthalts in Deutschland storniert und beschlossen, dieses Jahr nicht mehr ins Ausland zu fahren, allerhöchstens für einen Tagesausflug, alles andere ist einfach zu riskant.

Wer es dennoch riskieren möchte, dem empfehle ich, sich tagesaktuell auf den Seiten des Auswärtigen Amts und – bei Reisen in Deutschland – hier zu informieren.

Und abschließend sei gesagt: Wer ein paar Dinge berücksichtigt, und umsichtig plant, muß auf Urlaub nicht verzichten. Auch und vor allem nicht in Deutschland, wo es einen entscheidenden Vorteil gibt: Der nächste Arzt ist nicht weit, spricht Deutsch und für die Behandlung reicht eine Krankenversicherungskarte. Ich habs in Ostfriesland selbst probiert, als ich mir meinen Ischias eingezwickt hatte.

Wer ein paar Anregungen für seinen Urlaub in Deutschland möchte, dem sei die Seite der Ringhotels empfohlen. In diesen Hotels nächtigen wir schon immer wieder mal seit ca. 10 Jahren und haben in der Zeit festgestellt, daß die zugehörigen Häuser einfach über einen Mindeststandard verfügen, wo man keine Angst haben muß, ob es ein schöner Urlaub wird.

Haltet euch bitte einfach an das Abstandsgebot (Mindestabstand von 1,5 Metern) und tragt, wo nötig, Masken (im Freien für gewöhnlich nicht erforderlich, aber auf jeden Fall drinnen oder beim Einkaufen), meidet allzu große Massen und einem schönen und erholsamen Urlaub steht nix mehr im Weg.

Habt eine schöne Auszeit vom Alltag und bleibt gesund!

 

 

 

 

Corona und die Temperaturkurve

 

Wie bereits in meinem vorherigen Post geschrieben, habe ich seit Anfang Januar eine neue Stelle. Zu dieser Zeit kannte man zwar Corona schon aus den Nachrichten aus China, aber das alles war weit weg, zumal das Robert-Koch-Institut und die WHO immer wieder versicherten, die Gefahr für Europa sei gering. (Wobei ich mich eh gewundert hatte, wie diese Einschätzung zustande gekommen sein mag, in Zeiten der Globalisierung)

 

Immer näher hingegen kam die Krankheit dann ab Ende Februar, und auch in der Firma, in der ich nun arbeite, begann man über Vorsichtsmaßnahmen nachzudenken.

 

Zu diesen gehört es, täglich vor Beginn der Arbeit – noch zuhause – die körpereigene Temperatur zu messen, um frühzeitig gewarnt zu sein, sollte man sich etwas eingefangen haben.

 

Anfangs schien diese Maßnahme noch vernünftig zu sein, und ist es in Teilen vermutlich noch. Allerdings muß dazu gesagt werden, daß nicht jeder, der sich mit Corona oder einem anderen Atemwegsinfekt infiziert, in der Folge an erhöhter Körpertemperatur oder gar Fieber leidet.

 

Zudem ist die eigene Körpertemperatur etwas sehr Individuelles, bei Frauen noch dazu, da diese auch zyklusabhängig sein kann. Dadurch, daß ich seit Ostern täglich bei mir tatsächlich Fieber messe, weiß ich, daß meine Temperatur zwischen 36,4 und 38,3 Grad schwankt. Je nachdem, ob ich kurz nach dem Aufstehen messe, wo ich vor mich hin glühe, oder aber etwas später, wenn ich schon eine Weile wach bin. Weder das Minimum noch das Maximum der bisher gemessenen Temperatur sorgte bei mir für Unwohlsein oder Unbehagen. Fest steht allerdings, obwohl der „Glühmodus“ bei mir von Zeit zu Zeit durchaus normal ist, würde ich damit wohl nicht in ein Flugzeug kommen.

 

Warum ich seit Ostern täglich Fieber messe? Nun, in der Karwoche arbeitete ich von zuhause aus, erstmals in meinem bisherigen Berufsleben. Es klappte sehr gut, und war ursprünglich nur für diese eine Woche vorgesehen. Als ich am Tag nach Ostermontag in die Arbeit zurückkehrte, merkte der damalige ChefChefChef an, daß es von mir und meinem Chef leichtsinnig sei, immer noch zu zweit in einem Büro zu arbeiten. Denn, so führte er aus, sollte sich einer von uns beiden krank fühlen, müsste der andere zwangsläufig auch zuhause bleiben. Mein Chef und dessen Chef hatten ohnehin vorgesehen, mich nun angesichts der fortschreitenden Pandemie in Kürze doch weiter in die heimatlichen Gefilde zu schicken, um von dort aus zu arbeiten, also zogen sie dies ein paar Tage vor. Ab Mittwoch der Osterwoche befand ich mich also zuhause, und prompt erhielt ich an diesem Tag die Info, daß die Frau meines Chefs Krankheitssymptome habe. Im Nachhinein stellte sich das Gott sei Dank als falscher Alarm heraus, aber seit diesem Tag messe ich täglich tatsächlich meine Temperatur. Ginge es nach der Firma, hätte ich das schon von Anfang an tun sollen, aber nun ja – nobody’s perfect.

 

Jetzt fragt ihr euch vermutlich, worauf ich eigentlich hinauswill. Ja, kann ich verstehen. Daher führe ich das mal etwas genauer aus.

 

Hielt man Corona anfangs noch für eine Krankheit ähnlich einer Erkältung und für harmlos, wissen wir heute, einige Monate später, daß weder das eine noch das andere zutrifft. Selbst Patienten, die einen vergleichsweise „harmlosen“ Verlauf durchlebten, hatten zum großen Teil nach überstandener Krankheit Lungenschäden, die vermutlich bleiben werden. Dazu kommen Patienten, die nach Aussage und Erfahrung einiger Ärzte in der Notaufnahme auf den ersten Blick gesund wirken. Die nach eigenem Empfinden nur zur Sicherheit in die Notaufnahme kommen, obwohl sie sich eigentlich gut fühlen, aber weil sie das ein oder andere Anzeichen an sich entdeckt haben, einfach „auf Nummer sicher gehen“ wollen. Bei denen bei der anschließenden Untersuchung aber mit Erschrecken festgestellt wird, daß man sich nicht erklären kann, weshalb der Patient überhaupt noch stehen kann, denn ginge man nach den Blutgasen, so müsste dieser Patient schon längst beatmet werden. Dieses Phänomen zeigen wohl auch einige Patienten: Obwohl sie schon auf der Intensivstation sind, wirken sie auf den ersten Blick gesund, müssen jedoch nach genauerer Betrachtung beatmet werden und sind von dieser Neuigkeit in Folge total überrascht.

 

Man sieht also, Corona ist eine heimtückische Bitch, die sich von hinten anschleicht, einen in Sicherheit wiegt, um einem – wenns ganz dumm läuft – von jetzt auf sofort das Licht auszupusten.

 

Ja, dieses Bild ist etwas drastisch. Und ja, dank – ich glaube selbst kaum daß ich das jetzt sage – umsichtiger Politiker und klugen Wissenschaftlern, die erstere beraten, sind wir in Deutschland bisher vergleichsweise gut davongekommen. Nichtsdestotrotz haben wir aktuell aber schon weit über 8.000 Tote, und auch unter den Genesenen sind nicht wenige, die noch lange mit den Folgen der Erkrankung durch Corona werden kämpfen müssen.

 

Jeder einzelne Patient oder Todesfall ist zuviel. Daher kann ich angesichts der sich häufenden Leichtsinnigkeiten, zum Beispiel ohne Abstände oder Hygieneregeln (und vor allem: ohne Masken!) zu demonstrieren, nur ratlos den Kopf schütteln. Ja, freie Meinungsäußerung ist wichtig. Ja, Aufstehen gegen Rechts ist auch wichtig. Aber doch bitte unter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen! Sonst wird nur allzuschnell wahr, was einige Demonstranten der „Black Lives Matter“-Bewegung auf ihr Schild geschrieben haben: „I can’t breathe!“.

 

Doch wie soll man gewarnt sein, wenn die Temperaturkurve offensichtlich nicht ausreichend funktioniert?

 

Wie entscheiden, ob und wann man zum Arzt geht, wenn man sich doch gut fühlt?

 

Diese Frage hat mich tatsächlich einige Tage beschäftigt. Denn wie schon erwähnt, besuche ich wenigstens einmal die Woche meinen Großvater, der schon 91 ist, um mit ihm einkaufen zu fahren. Er fühlt sich gut, und Gott sei Dank macht er bei den Regeln auch mit, trägt sogar eine Maske. Doch was, wenn ich mich anstecke oder angesteckt habe, und weiß es nicht, und stecke ihn dann an? Und bin dann – im schlimmsten Fall – für seinen Tod verantwortlich, oder für den anderer, die ich unwissentlich anstecke? Denn Leute: Das kann passieren! Ein Test auf Corona ist sogar noch dann negativ, wenn man selbst schon krank ist, aber (noch) keine Symptome hat. DAS ist das Fieseste daran, finde ich.

 

Die Antwort darauf kam mir bei einer Untersuchung bei meinem Hausarzt. Ich war nicht wegen Atemwegsbeschwerden dort, ich Dussel hatte mir eine Müslischüssel aus Steingut auf den Zeh gedonnert, der mir dies übelnahm und nicht nur danach einen Riss aufwies, sondern auch noch blau anlief. Nachdem ich meiner Hausarztpraxis ein Foto geschickt hatte, riet mir diese, lieber vorbei zu kommen. Im Zuge der Kontrolluntersuchung steckte mir die Ärztin dann, wie sie es eigentlich immer tut, ein Pulsoximeter an den Finger. Dieses misst die Sauerstoffsättigung im Blut und ist ein sehr guter Indikator dafür, ob jemand krank ist oder eben nicht. (Kann man ja mal mit messen, wenn der Patient schon mal da ist.)

 

Und das brachte mich schlussendlich auf die Idee zu prüfen, ob Amazon sowas auch für Privatleute verkauft. Und tatsächlich wurde ich fündig. Seither messe ich morgens nicht nur meine Körpertemperatur, sondern auch die Sauerstoffsättigung im Blut. Und dafür muß ich mich noch nicht mal pieksen, es reicht, den Finger in das kleine Gerät zu schieben, um diese Gewissheit zu haben: Alles im grünen Bereich.

 

Falls euch das übertrieben vorkommt, lasst mich euch eine kleine Geschichte erzählen. Nicht nur ich habe eine neue Stelle angetreten, auch mein Mann hat etwas Neues gefunden. Er ist nun zwar immer noch Servicetechniker, aber nicht mehr für Ladenwaagen, sondern für Lüftungsanlagen. Im Zuge seiner neuen Tätigkeit kam es, daß er an einem Auftrag eines Altenheims arbeitete, das für die Beherbergung von Corona-Patienten umgerüstet wurde. Am Freitag einer Woche noch machte er mit einem Bewohner Witze, am Montag danach wunderte er sich, wo dieser abgeblieben sei, und bekam zur Antwort, dieser sei an Corona verstorben. Gerade mal ein Wochenende lag dazwischen. So schnell kann es manchmal gehen. Daher darf man das alles nicht auf die leichte Schulter nehmen, auch wenn uns immer weitere Lockerungsmaßnahmen in falscher Sicherheit wiegen.

 

Mein Mann arbeitet zwar unter strengsten Sicherheitsauflagen, aber Vorsicht war eben schon immer die Mutter der Porzellankiste. Daher betrachte ich das Pulsoxymeter als eine gute Anschaffung, die uns sicher auch in anderen Krankheitsfällen gute Dienste leisten wird, da schlechte Blutgase schon immer ein Indikator dafür waren und sind, daß etwas ganz und gar nicht stimmt.

 

Also, Leute. Bleibt vernünftig, vorsichtig (nicht hysterisch) und vor allem: Gesund!

 

Da bin ich wieder

Hallo zusammen, ich melde mich mal wieder aus der Versenkung. Mein letzter Beitrag ist schon seeeeeehr lange her. Das war noch zu der Zeit, als ich Wahlkampf für den Bezirkstag für die FDP gemacht hatte, als Kandidatin. Daher nun ein kurzer Abriss, was in der Zwischenzeit so bei mir los war.

In den Bezirkstag habe ich es nicht geschafft, aber für eine Kandidatin, die zuvor noch nie kandidiert hatte, war mein Ergebnis gar nicht so übel. Soweit ich mich entsinnen kann war ich auf unserer Liste in Oberbayern am Ende auf Platz 15, laut meiner Parteikollegen ein beachtliches Ergebnis. Der Wahlkampf war interessant und eine prägende Erfahrung, ob ich sowas in nächster Zeit aber nochmal machen würde…. Schwer zu sagen.

Allerdings muß ich zugeben, daß mir dazu auch ein wenig die Zeit fehlt. Zwischenzeitlich – seit meinem letzten Eintrag hier – bin ich nicht nur Betreuerin meines Onkels, kümmere mich um die Angelegenheiten meines Vaters und schaue bei meinem Opa immer wieder mal nach dem Rechten (der am 19. dieses Monats immerhin 92 wird so Gott will, und noch immer zuhause wohnt und sich selbst versorgen kann), sondern wurde auch zur Schöffin berufen. Gut, ich habe mich für dieses Amt beworben, weil ich diese Tätigkeit interessant finde, aber nachdem ich für die FDP in Fürstenfeldbruck auch Beisitzerin im Kreisverband bin, reichts jetzt erst mal mit ehrenamtlichen Tätigkeiten. Nicht, daß ich die, die ich habe, nicht gerne machen würde, aber man ist gut beschäftigt.
Dazu kam, daß ich im Herbst 2018 eine neue Stelle angetreten habe, über Zeitarbeit, die anfangs vielversprechend war. Nur, wie es immer so ist im Leben, der Mensch denkt und Gott lenkt (wie mein Vater gern zu sagen pflegte, als er noch sprechen konnte ). Es hat sich ergeben, daß die Auftragslage dann doch zu schlecht war, um mich zu übernehmen, so daß ich nach einem Jahr etwas Neues suchen musste.

Ich bewarb mich also exzessiv und fand schließlich innerhalb von 3 Wochen eine neue Stelle, wenn auch wieder über Zeitarbeit, so daß ich bei Richemont in München eingesetzt wurde. Dort war ich dann von Oktober (mein Einsatz bei der alten Stelle endete Ende September, so daß ich keine Lücke hatte) bis Mitte Dezember im Customer Contact für Uhrenreparaturen in einem Team mit sehr netten Kollegen. Auch wenn dies über Zeitarbeit war, wäre ich vermutlich dortgeblieben, hätte ich nicht eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch für eine Festanstellung in Gilching erhalten. Zu meiner großen Freude wurde mehr daraus, so daß ich nun seit Januar glückliche Mitarbeiterin in Festanstellung in der Laserbranche bin (in der ich zuvor schon mal tätig war). Wenn alles gut läuft, ist meine Probezeit Ende Juni um. Und Gott sei Dank gibt’s keinerlei Befristung.

Die ehemaligen Kollegen von Richemont waren so lieb, mir ein super Zeugnis auszustellen, auch wenn sie sehr geknickt waren, als ich ihnen beibringen musste, daß mein Intermezzo dort gegen Ende des Jahres enden würde. Es war eine sehr interessante Erfahrung, dort zu arbeiten, vertreibt Richemont doch Luxusmarken wie Piaget, Cartier, Panerai, Montblanc und einiges mehr. In dieser Zeit habe ich viel gelernt und weiß nun zumindest, daß ich mir vermutlich nie eine Luxusuhr kaufen werde, da diese sehr wartungsintensiv, wenn auch wunderschön sind. Zumal fehlt mir etwas das Kleingeld.

Wie klein die Welt ist, stellte ich dann kurz nach meinem Start in der neuen Firma fest, als ich eine Kollegin traf, die früher auch für Richemont gearbeitet hatte. Auch ihr ist diese Firma in guter Erinnerung geblieben.

Rückblickend hatte ich wohl großes Glück, nicht nur eine Festanstellung zu finden, sondern auch einen recht krisensicheren Arbeitsplatz, an dem ich gerne arbeite. Denn als Zeitarbeiterin müsste ich mich nun bestimmt dem immer größer werdenden Heer der Corona-Verlierer anschließen, deren Jobs der Pandemie zum Opfer gefallen sind. Zudem habe ich wirklich sehr nette Kollegen und einen sehr netten Chef, und bin heilfroh, diese Stelle erhalten zu haben.

Aktuell arbeite ich noch von zuhause aus, seit Ostern schon, und das wird bis voraussichtlich Ende September so bleiben. Dank meinem Mann habe ich zuhause auch einen schönen Arbeitsplatz, einen Schreibtisch in der Ecke des Wohnzimmers, von dem aus es sich hervorragend arbeiten lässt. Ich kann direkt aus dem Fenster auf unseren Balkon sehen, wo immer wieder Amseln und manchmal aus Meisen zu Besuch kommen, und spätestens Mittags kann ich mich auf n-tv über das aktuelle Tagesgeschehen informieren. Alles im grünen Bereich also.

Wobei ich schon sagen muß, daß mir Corona – wie vermutlich jedem anderen – gehörig auf die Nerven geht. Glücklicherweise wurde mein Familien-, Freundes-, Kollegen- und Bekanntenkreis bisher von dieser miesen Krankheit verschont, und ich hoffe sehr, daß es so bleibt.

In diesem Sinne: Bleibt gesund Leute und passt auf euch auf!

(Und auch wenn ihr die Masken auch nicht ausstehen könnt – so wie ich – immer dran denken: Im Zweifel retten diese Leben!)

Klimawandel stoppen? So wird das nix!

 

 

Derzeit ist in Bayern ja Wahlkampf. Im Rahmen dessen und als politisch Interessierte (und nicht als Kandidatin) war ich kürzlich auf zwei Podiumsdiskussionen: eine war in Landsberg und eine in Geltendorf. 

Ich muß sagen, nach dem Besuch der Veranstaltungen habe ich innerlich gekocht.

Warum? Die Partei, deren Namen ich nun jetzt NICHT nennen werde – jeder kann sich seinen eigenen Teil dazu denken – geht damit hausieren, daß sie eine „ideologiefreie Forschung“ möchte, besonders im Hinblick auf eAutos. Denn die Technologie stecke ja noch in den Kinderschuhen.   Und ein Besucher, von dem bekannt ist, daß er dieser Partei in Landsberg nahe steht, erzählte, er sei kürzlich an einem Gletscher gewesen, und er kann sich nicht vorstellen, daß der Mensch noch irgendwas tun könne, um den Klimawandel zu verlangsamen.

Ich kann’s wirklich nicht mehr hören: Diese Partei – wie auch Trump – leugnet den Klimawandel. Und würde am liebsten Gallone um Gallone Öl verfeuern um noch mehr zur Erderwärmung beizutragen, anstelle auf regenerative Energien umzusteigen. Und hier gibt es bei weitem nicht nur die vielzitierte Windenergie. Oder aber neue AKWs bauen.

Derweil gibts Tote in Mallorca, bei einem noch selten dagewesenen Unwetter, und vor wenigen Tagen tobte ein Hurrican der Kategorie 4 durch Florida. Weltweit steigt nicht nur der Meeresspiegel und die Zahl der Erdrutsche, sondern auch noch die Zahl verheerender Waldbrände und die Zahl der Klimaflüchtlinge. Extremwetterereignisse treten häufiger und heftiger auf, aber ich glaube, eine gewisse Personengruppe würde den Klimawandel selbst dann noch leugnen, wenn sie mitten in Deutschland von einem Tornado nach Oz geblasen würde.

Deutschland war dieses Jahr so trocken wie lange nicht mehr, so sehr, daß Flüsse derart Niedrigwasser hatten, daß Munition aus dem zweiten Weltkrieg dort auftauchte. Andere Flüsse oder Bäche gar trockneten ganz aus und der Edersee gab die Brücke eines seinerzeit gefluteten Dorfs frei, so daß Besucher über jene spazieren konnten, was sonst nur in mehreren Metern Wassertiefe möglich wäre.

Und weil das ja noch nicht reicht, wollen Millionen von Deutschen den Diesel „retten“. Weil es ja kein günstigeres Auto als einen Diesel gibt, besonders als Pendler.

Hält man dagegen, wie viel günstiger ein Hybrid in Unterhalt und Verbrauch ist, kommt wieder die alte Leier, das wäre ja alles noch nicht erforscht und nix wäre billiger als ein Diesel blablabla…. Spätestens wenn man vorrechnet, wie viel alleine man an Steuern spart, ist man in dieser Runde überflüssig und kann froh sein, nicht umgehend des Tisches verwiesen zu werden.

Nur mal so: wir fahren mittlerweile den zweiten Prius aus Überzeugung, weil wir noch kein Auto gefunden haben, das in dieser Größe derart günstig im Unterhalt ist, und unser Zweitauto ist ein kleiner eFlitzer, den wir seit 2015 fahren.

Unser Hybrid, der Prius (kleine Randnotiz: der erste Prius fuhr bereits in den 80er Jahren als Testauto über die Straßen, und wird seit 1997 in Serie verkauft – also seit mehr als 20 Jahren!), kostet uns 36 Euro Steuern im Jahr (mein A3, ein Diesel, kostete uns 340 Euro Steuern im Jahr, also mehr als das zehnfache) und braucht nur etwas mehr als 4 Liter auf 100 Kilometer, während der A3 – damals schon sparsam – 7 Liter Diesel auf 100 Kilometer brauchte. Wir verbrauchen also fast 3 Liter auf 100 Kilometer weniger Treibstoff als früher, und rechnet man unseren kleinen eFlitzer mit ein, mit dem ich mittlerweile in die Arbeit fahre, sparen wir noch weitaus mehr.

Seit Anfang Oktober arbeite ich nun 10 Kilometer von zuhause entfernt, und unser kleiner Flitzer kann nicht nur 80 km/h fahren, sondern hat – bei der Art der Strecke die ich fahre – ca. 60 km Reichweite mit einer Ladung. Die Ladung selbst kostet übrigens in etwa so viel, als würde ich mein Smartphone aufladen.

-> Edit: Ich hatte hier falsche Zahlen im Kopf. Eine Ladung für den Twizy sind ca. 6 Kilowattstunden was in etwa 1,50 € entspricht, je nach Strompreis. Ist aber – finde ich – immer noch günstiger als mit einem herkömmlichen Benzinmotor. (Ich finde auch Wasserstoffautos gut, aber leider haben wir hier noch eine schlechte Infrastruktur was das Tanken angeht. Was schade ist, denn Wasserstoff fällt in der Industrie so oder so als Abfallprodukt an – dann hätte man da gleich Verwendung dafür. Hier gefällt mir der Mirai von Toyota recht gut, aber der ist leider noch etwas teuer….)

Und ich brauche keinen Starkstrom dafür, da reicht eine stinknormale Steckdose in der Tiefgarage, über die ich auch einen Staubsauger anschließen kann. Der Strom kommt bei uns von EON, und dort wo ich wohne, gewinnt EON diesen aus reiner Wasserkraft. (Die Bahn fährt übrigens mit Kohlestrom)

Natürlich verbrauchen auch wir noch weiterhin CO2, aber doch bei weitem weniger als mit herkömmlichen Autos, ohne etwas von unserer Mobilität einzubüssen. Das einzige, was wir einbüßen, ist ein Teil unserer Kosten. Abgesehen davon, daß der Fahrspaß bei beiden Autos nicht zu kurz kommt.

Also soll mir niemand erzählen, daß Hybrid- und Elektrofahrzeuge noch in den Kinderschuhen stecken!

Dieselfahrzeuge haben meiner Ansicht nach nur da eine Berechtigung, wo es noch keine wirkliche Alternative gibt. Das Gleiche gilt für Spritschleudern die nur aus Prestigegründen gekauft werden. Wer einen SUV will kann sich zum Beispiel den C-HR von Toyota holen, der ebenfalls nur etwas mehr als 3 Liter auf 100 braucht.

Wenn diejenigen, die sich jetzt ein neues Auto zulegen, nicht auf einem Diesel oder ein anderes Auto bestehen, das mehr als 5 Liter Treibstoff auf 100 benötigt, wäre schon viel fürs Klima getan. Natürlich sollte man sich dann nicht jedes Jahr ein neues Auto kaufen, sondern sein Fahrzeug möglichst lange fahren. Auf lange Sicht sind E-Autos und Hybride durch die hohe Laufleistung (unser letzter Prius schaffte immerhin 257.000 km und wurde nur ersetzt, weil der Benzinmotor langsam schwächelte, nicht die Batterie – welche noch die Originale aus der Fabrik war) ökologischer und ökonomischer als herkömmliche Autos.

Dazu sollte man bedenken: Nur weil ein Benziner oder Diesel anfangs eine bessere Klimabilanz aufweist, wird auch dieses Fahrzeug nicht klimaneutral gebaut, im Gegenteil!

Was ich mir auch wünschen würde: Neue Energiekonzepte oder auch neue Beleuchtungskonzepte. Seit Jahrzenten, wenn nicht gar seit Erfindung der Gaslampen im vorletzten Jahrhundert, beleuchten wir unsere Städte sobald die Dämmerung in Sicht ist. Lange Zeit war das aus Sicherheitsgründen auch dringend notwendig, heute weiß man, daß es nicht nur eine „Luftverschmutzung“ sondern auch eine „Lichtverschmutzung“ gibt, die auch schädlich für Mensch und Natur ist.

Seit einiger Zeit gibt es die tolle Erfindung des Bewegungsmelders – warum findet sich nicht ein findiger Erfinder, der ein Beleutungskonzept für Städte entwirft, wo immer nur der derzeit benötigte Teil illuminiert wird? Man könnte Schaufenster- und Straßenbeleuchtungen mit intelligenten Bewegungsmeldern ausstatten, die immer dann für die nötige Beleuchtung sorgen, wenn sich jemand auf 300 Metern nähert. Das wäre mehr als genug Licht! Muß eine ganze Stadt oder ein Dorf die ganze Nacht lang hell erleuchtet sein, wenn vielleicht nur einer auf der Straße unterwegs ist? Man denke mal an die Unmengen an Energie, die man damit einsparen könnte!

Dazu kann jeder für sich überlegen, ob er zum Beispiel wirklich Licht braucht, wenn das Zimmer durch die Sonne hell erleuchtet ist, oder ob man die Wohnung im Winter wirklich auf 25 Grad heizen muss, wenn man schon bei 21 nicht mehr friert.

Und dann kriegen wir – vielleicht – auch noch den Rest hin, und retten unser Zuhause – unsere Erde – für die nächste und die übernächste Generation. Anstatt immer nur „denkt an die Kinder!“ zu rufen und sich im nächsten Laden nach dem neuesten Amarok umzuschauen.

Melanie Tietgen
Melanie Tietgen

Digitalisierung ist nicht nur für Berufstätige wichtig

Vergangenes Wochenende haben wir, also mein Mann, mein Opa und ich wieder einmal meinen Onkel besucht.

Ich kenne meinen Onkel Zeit meines Lebens als Einwohner eines Pflegeheims der Barmherzigen Brüder. Ich bin ja nun doch schon im meinem 43. Lebensjahr, man kann also sagen, ich kenne auch das Heim schon sehr lange. Im Lauf der Zeit konnte ich miterleben, wie das Haupthaus um diverse Nebenbauten und auch moderne Technik erweitert wurde. Zu letzterer zählt zum Beispiel ein Touchdisplay in der Nähe der Cafeteria, das wichtige Informationen zum Heim und auch den wöchentlichen Speiseplan in der Kantine anzeigt. Auch die angebotenen Werkstücke im Werkstattladen haben sich mit den Jahren verändert und dem Zeitgeist angepasst.

Was jedoch auffällt, und noch nicht aktuellen Bedürfnissen angepasst wurde: In der Cafeteria, wo sich viele Bewohner und deren Besucher aufhalten, gibt es noch immer kein WLAN. Soweit ich informiert bin gibt es hier Verwaltungshürden.

Jetzt kann man natürlich sagen, ist ja egal, wenn es da kein WLAN gibt.  Die Bewohner brauchen das nicht.

Aber: Mag sein, daß in diesem Pflegeheim überwiegend geistig behinderte Pflegebedürftige wohnen, aber deshalb sind diese noch lange nicht dumm. Mit meinem Onkel zum Beispiel – der gut auf Medikamente eingestellt ist – kann man sich sehr gut über aktuelle Geschehnisse unterhalten. Er ist immer gut informiert.

Eine Wohngruppe ist sogar so eigenständig, daß eine Wohnung im nächstgelegenen Ort angemietet wurde und diese Wohngruppe nun eine WG gebildet hat und den Großteil des Alltags dort selbständig meistert.

Mit anderen fällt die Kommunikation etwas schwerer, aber immer mehr von den Bewohnern haben bereits Smartphones.

Mein Onkel selbst besitzt zwar kein Smartphone, er ist letztes Jahr in Rente gegangen und ist der Meinung, keines zu benötigen, aber die meisten seiner Mitbewohner sind jünger als er und nutzen natürlich auch WhatsApp.

Und klar: Wo kein WLAN und kein Internet (LTE ist dort ein Fremdwort, man bekommt maximal E), da auch kein WhatsApp.

Ich möchte jetzt keine Werbung für diesen Messenger machen, es gibt ja auch noch Telegram, Threema oder andere dieser Art, aber alle haben sie eines gemeinsam: Die schnelle und unkomplizierte Art, mit anderen in Kontakt zu bleiben, vor allem mit Freunden und Familie. Ich persönlich finde, das ist ein wichtiger Schritt zur Inklusion, und gerade für Menschen, die nicht jederzeit hingehen können wo sie wollen, essentiell. Auch deshalb muß die Digitalisierung und der Ausbau der Infrastruktur vorangetrieben werden. Lassen wir auch Heimbewohner nicht im Regen stehen, die einen Großteil des Tages in der Cafeteria verbringen, und dort Gemeinschaft mit ihren Mitbewohnern suchen. Schließen wir sie nicht aus!

Inklusion und andere Herausforderungen

„Inklusion: Die Forderung nach sozialer Inklusion ist verwirklicht, wenn jeder Mensch in seiner Individualität von der Gesellschaft akzeptiert wird und die Möglichkeit hat, in vollem Umfang an ihr teilzuhaben oder teilzunehmen. Unterschiede und Abweichungen werden im Rahmen der sozialen Inklusion bewusst wahrgenommen, aber in ihrer Bedeutung eingeschränkt oder gar aufgehoben. Ihr Vorhandensein wird von der Gesellschaft weder in Frage gestellt noch als Besonderheit gesehen. Das Recht zur Teilhabe wird sozialethisch begründet und bezieht sich auf sämtliche Lebensbereiche, in denen sich alle barrierefrei bewegen können sollen.“

Quelle: Wikipedia

Ich habe bewusst mit der Definition laut Wikipedia begonnen, damit sich jeder unter diesem Begriff etwas vorstellen kann. Inklusion wird meistens in Zusammenhang mit Behinderung genannt, aber setzt man sich mit der Definition genauer auseinander, so betrifft Inklusion eigentlich uns alle. Nicht nur Querschnittsgelähmte, Blinde, Taube oder sonst mit einer Behinderung geschlagene Menschen, sondern alle, die nicht der Norm entsprechen.

Und der Norm entsprechen nun mal die meisten Menschen – NICHT.

Es fängt schon damit an: ein bisher „gesundes“ Kind entwickelt eine Sehschwäche. Es benötigt eine Brille. Je nach Ausprägung der Sehschwäche kann es nun – oder kann es nicht – z.B. problemlos am Sportunterricht teilnehmen. Handelt es sich um einen Teenager, sind Kontaktlinsen eine Option, aber wie ist das mit Grundschulkindern? Da bleibt meist nur, daß das Kind mit Brille am Sportunterricht teilnimmt. Aber bestenfalls nur, wenn keine Ballspiele gespielt werden, denn eine Brille ist zerbrechlich. Nachdem wir in unseren Schulen meistens „genormten“ Sportunterricht haben, in dem alles mal durchgenommen wird, behaupte ich jetzt mal, daß das Kind das eine oder andere Mal auf der Bank sitzen muß. Hätten wir nun Schulen, in denen sich das Kind aussuchen kann, wie es den Sportunterricht verbringen möchte, wäre es einfacher. Beim Schwimmen z.B. gäbe es kein Problem, bei Jazzdance, beim Laufen…. Wie es erst aussehen mag, wenn ein Kind tatsächlich gehbehindert ist oder eine andere Art der Behinderung hat, das kann sich jeder selbst ausmalen.

Dabei ist die Sehschwäche schon sehr weit verbreitet, aber nicht mal hier funktioniert Inklusion, ganz abgesehen davon, daß man von der Krankenkasse zwar problemlos Akupunktur oder Gl(au)obuli erstattet bekommt, aber keinesfalls eine Brille. Nicht mal dann, wenn man ohne Brille nicht arbeitsfähig ist. Es gibt zwar die Möglichkeit einer „Bildschirmarbeitsbrille“, für die eigentlich der Arbeitgeber aufkommen soll, aber nicht jeder fordert diese von seinem Chef ein, nicht jeder hat einen Bildschirmarbeitsplatz, und damit nicht genug: Diese Brille ist formell gesehen das Eigentum der Firma. Wie kommt nun aber der Arbeitnehmer in die Arbeit, wenn er doch seine Brille erst dort aufsetzen kann? Und wer eine Brille sein eigen nennt, der weiß, daß es in den wenigsten Fällen reicht, in den nächsten Rossmann zu gehen und sich dort eine 5-Euro-Brille vom Ständer zu schnappen. Meistens wird eine entspiegelte Brille benötigt, weil man ja auch Auto fährt, und wenn dann noch unterschiedliche Sehstärken und vielleicht noch eine Hornhautverkrümmung dazu kommen, ist man schnell mehrere hundert Euro los. Selbst wenn man zu Fielmann oder Apollo geht.

Sehschwäche ist aber bei weitem nicht das Einzige, unter dem Millionen von Deutsche „leiden“. Übergewicht zum Beispiel ist auch auf dem Vormarsch. Natürlich trägt jeder Übergewichtige auch selbst Verantwortung, ich nehme mich da selbst gar nicht aus, aber man muß sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen, wie schizophren unsere Gesellschaft mittlerweile ist: Jeder soll fit und gesund sein, möglichst viel Sport machen und sich gesund ernähren. Aber natürlich auch beruflich erfolgreich sein. Das sieht in der Realität meist so aus: Der Arbeitnehmer verlässt früh am Morgen das Haus, da das Home Office in den wenigsten Haushalten Einzug gefunden hat, was nicht zuletzt an der mancherorts grottenschlechten Internetverbindung liegt. Ist der Arbeitnehmer (AN) ein paar Minuten zu spät dran, steht er nämlich mindestens eine halbe Stunde im Stau, da sich die wenigsten eine Wohnung in der Stadt, wo die meisten jedoch arbeiten, leisten können. Also kann man für die Fahrt von und zur Arbeit einfach schon mal mindestens 1 Stunde rechnen, außer man hat das Glück in der Nähe etwas gefunden zu haben (falls man nicht gerade arbeitssuchend war und die Agentur für Arbeit einen zwingt einen Job anzunehmen, der am Arsch der Welt ist – denn zwei Stunden einfach sind ja „zumutbar“). Fährt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, kann man froh sein, wenn man überhaupt am Ziel eintrifft. Ich sage nur „Stammstreckensperrung“, „Zugausfall“ und „vorzeitige Endstation“.

Endlich angekommen, liegen mindestens 8 Stunden Nettoarbeitszeit für Vollzeit berufstätigte AN vor einem. Mindestens, weil es in den meisten Berufen unrealistisch ist, den Stift nach 8 Stunden „fallen zu lassen“. Es wird unausgesprochen vorausgesetzt, daß man zu Überstunden – notfalls auch unbezahlt – bereit ist. Zwar gilt eine Stundengrenze von 10 Nettoarbeitsstunden, sogar gesetzlich (bis auf wenige Ausnahmen), aber allzu oft wird diese Grenze nicht eingehalten. In manchen Berufen ist dies schlicht auch nicht möglich, abgesehen davon, daß manch einer, der wirklich „den Stift fallen lässt“ mit seinem Job spielt. In München und Umgebung kann sich das kaum einer leisten, da schließlich irgendwer die Miete bezahlen muß. Hier könnte ich einen weiteren Blogbeitrag nur über die Immobilien- und Mietpreise und die Lebenshaltungskosten in München und Umgebung allgemein schreiben, ich denke aber, jeder, der in dort wohnt, weiß genau, was ich meine.

Gut, also gehen wir davon aus, daß wir einen Arbeitnehmer haben, der das Glück hat, nach 8einhalb Stunden heimgehen zu können. Realistisch gesehen, müssen wir auch davon ausgehen, daß er zu einer Zeit nach Hause fährt, zu der auch andere nach Hause fahren. Fährt er mit dem Auto, kann man schon mal eine halbe Stunde Stau drauf rechnen. Sind wir bei neun Stunden. Dann noch jeweils eine Stunde zur und von der Arbeit, sind wir schon bei 11 Stunden. Jetzt soll der Arbeitnehmer aber auch fit bleiben, sich mit seiner Familie beschäftigen, sich neben dem Job auch noch in seiner Freizeit weiterbilden, und sich gesund ernähren, also möglichst selbst und mit frischen Zutaten kochen, und – nicht zu vergessen: Ausreichend schlafen (also mindestens 7einhalb Stunden pro Nacht, weshalb also für sonstige Aktivitäten einschließlich Körperhygiene und Essen noch knapp 5 Stunden bleiben). Die frischen Zutaten sollte man aber tagesaktuell besorgen, so lange halten diese nämlich nicht, und Zeit fürs Kochen sollte man auch einplanen. Also entweder nimmt man das in Kauf, oder aber man greift auf Fertiggerichte zurück, in denen alles mögliche an Zutaten drin ist, das Meiste ungesund, das Wenigste frisch… Nicht gerade für ein gesundes Gewicht förderlich.

Aber ihr seht schon: Entweder bleibt das Familienleben auf der Strecke, weil man im Stau festsitzt, in der Muckibude abhängt oder in der Küche steht. Denn 5 Stunden sind sehr schnell vorbei, gerade, weil man 5 Stunden insgesamt für alle Aktivitäten außerhalb Arbeit und den Weg von und zu hat. Täglich. Also zweieinhalb Stunden morgens und zweieinhalb Stunden Abends, z.B.

Die berufliche Weiterbildung kann sich ohnehin keiner leisten, weil es da nämlich vom Staat nicht so einfach Zuschüsse zu diesen meistens in die Tausende gehenden Kurse gibt. Gleichzeitig schreien Industrie und Handel aber immer lauter nach Fachkräften….

Nun jedoch zurück zu unseren Übergewichtigen: Die meisten Stühle in Cafés, Flugzeugen, Kinos oder sonst wo sind nicht dafür ausgerichtet, daß ein Mensch von der Norm abweicht. Hat nun jemand nicht nur „ein paar Kilo Zuviel auf den Rippen“ kann das schon dazu führen, daß dieser Jemand nicht mehr ausser Haus gehen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen will, von den Anfeindungen, weil man nicht der Norm entspricht, ganz zu schweigen. Ich weiß hier genau wovon ich spreche, ich bin selbst stark übergewichtig. Mich selbst hat das in den seltensten Fällen davon abgehalten, zu tun, was ich tun wollte, meine Mutter jedoch hatte mehr Übergewicht als ich und nahm irgendwann tatsächlich nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teil. Sie ging zuletzt nicht mal mehr zum Einkaufen außer Haus, was sie schlussendlich das Leben kostete.  Alles fing damals damit an, daß einige in ihrer Gegenwart abfällige Kommentare äußerten und sie schief ansahen, im Lauf der Jahre machte sie unzählige Diäten, die alles nur noch schlimmer machten (Jo-Jo-Effekt) und dies führte dazu, daß sie am Ende dieser langen Diät-Karriere mehr auf die Waage brachte als zu Anfang.

Das krasse Gegenteil: Menschen mit Untergewicht, die solches aus den verschiedensten Gründen haben. Obwohl gesellschaftlich weit mehr akzeptiert als Übergewicht, kommt für viele jedoch auch der Punkt, an dem sie sich anhören müssen, sie wären magersüchtig oder zu faul zum essen, auch wenn die Ursache woanders liegt. Auch nicht wirklich witzig.

Jetzt kann manch einer sagen, „ich bin weder über- noch untergewichtig noch benötige ich eine Brille und fit bin ich auch“.

Ist dem so? Dann herzlichen Glückwunsch!

Aber haben Sie auch die Durchschnittsgröße von 1,80 m als Mann mit einem BMI von 27 und als Frau 1,66 m mit einem BMI von 26? Nein?

Tja – Pech gehabt. Die Hosen sind entweder zu lang oder zu kurz, zu weit oder zu eng geschnitten, das gleiche trifft natürlich auch auf sämtliche andere Kleidungsstücke zu, und bei Frauen will ich von den Vorbildern ohne Vorbau mit einem Maximal-BMI von 15 gar nicht erst anfangen. Übrigens Frauen mit Vorbau: BHs bekommt man nur hinterhergeworfen, solange man keine braucht. Sprich wenn Frau eine ordentliche Oberweite hat, hat sie auch schon verloren, da man nach BHs ab Körbchengröße D mit einer Unterbrustweite von mehr als 95 regelrecht suchen muß. Hat man aber „fast nix“ – also 75 A – bekommt man BHs an jeder Ecke.

Frauen, die dieses Problem kennen, werden aber verstehen, daß Frau gerade dann nicht ohne BH außer Haus gehen möchte. Dazu kommt, daß ein guter BH bei einer überdurchschnittlichen Oberweite wichtig ist, bewahrt er doch vor zusätzlichen Rückenschmerzen. Frau muß schließlich arbeitsfähig bleiben, womit wir wieder bei dem Problem wären, daß Mann und Frau auch in München und Umgebung von etwas leben muß….

Wir sehen: Das sind schon die alltäglichsten „Behinderungen“. Über- oder Untergewicht, Sehschwäche, ein Körper, der nicht der Norm entspricht, alles führt dazu, daß man im täglichen Leben das eine oder andere Problem hat. Gender-Probleme habe ich hier noch nicht mal angeschnitten oder Probleme, die das Alter(n) mit sich bringen.

Und was ich sagen will: Inklusion ist gut, Inklusion ist wichtig. Aber: Nicht nur für behinderte Menschen, sondern für jeden von uns. Indem jeder Einzelne und unsere Gesellschaft weniger egoistisch, weniger oberflächlich und individueller und toleranter denkt, fördern wir die Inklusion ganz automatisch. Und der Rest kommt dann (fast) von alleine. Denkt mal drüber nach!

Es ist mal wieder soweit

Ich bin wieder arbeitssuchend.

Das letzte Mal war das 2016 der Fall, als mein damaliger Arbeitgeber der Meinung war, verheerende Fehler von ein paar Jahren zuvor (die zu drastischen Verlusten in Millionenhöhe geführt hatten) unbedingt wiederholen zu müssen.

Ihr ahnt es schon: 2016 führte das erst zu Massenentlassungen im Unternehmen, ein Jahr später zur Insolvenz der besagten Firma. Unsere deutsche Niederlassung wurde vom Mutterkonzern in den USA mit der Begründung dichtgemacht, dass die Zahlen nicht stimmen würden. Es gibt noch mehr Gründe. Aber diese aufzuführen würde zu lange dauern. Sagen wir einfach: Aus alten Fehlern nix gelernt, nicht mal bis morgen gedacht und dann mit Vollkaracho gegen die Wand gedonnert – um umzudrehen, und dann nochmal mit der Rückseite auch mit Vollkaracho gegen die Wand zu fahren.

Damals habe ich auch Personalvermittlungen damit beauftragt, mir eine adäquate Stelle zu suchen. Den Zuschlag bekam eine Zeitarbeitsfirma, welche auf Kununu gute Bewertungen hatte. Der Kunde war ein Unternehmen in Germering, welcher eine Auftragssachbearbeitung mit „langfristiger Perspektive“ suchte. Tja, ein Jahr später entschied man sich, die Abteilung umzustrukturieren und die Stelle mit einer Vertriebsassistentin zu besetzen, da man die Stelle vertriebsorientierter ausrichten wollte. (Wieder ein Jahr später stellte sich heraus, daß es ohne Auftragsabwicklung eigentlich auch nicht geht, weil die Vertriebsassistentin dafür einfach zu viel zu tun hat, aber das ist eine andere Geschichte).

Meiner einer bekam dann einen neuen Einsatz, dieses Mal bei einem Unternehmen in Freimann. Die Fahrt zum Vorstellungsgespräch und auch die Fahrten in und von der Arbeit nach Hause verliefen die ersten 6 Wochen störungsfrei und dauerten selten länger als 30 Minuten einfach. Der Grund dafür lag, wie ich Mitte September herausfinden sollte, bei den Sommerferien. Als diese dann vorbei waren, war ich froh, wenn meine Fahrt einfach „nur“ 60 Minuten dauerte. Natürlich informierte ich meine Personaldisponentin über diesem Umstand, und dass dies so kein Zustand sei, aber

a) ich bekam erst nach 3 Wochen mehrmaliger Mails überhaupt eine Rückmeldung, daß sie meine Mails gelesen hatte (telefonisch war sie nicht erreichbar)

b) meine Disponentin rechnete anscheinend felsenfest damit, daß ich, wie andere vor mir schon, vom Unternehmen fest übernommen würde, was für sie bestimmt eine schöne Provision gegeben hätte und

c) kümmerte sich deshalb nicht um mein Anliegen, mir einen anderen Einsatz zu suchen, obwohl sie mir das mehrmals versicherte. Also kümmerte ich mich selbst darum, dort wegzukommen, da sich meine Motivation, einfach bis zu 2 Stunden in die Arbeit oder nach Hause zu brauchen, gelinde gesagt doch arg in Grenzen hielt. Auch die Aussicht der Übernahme in ein Festverhältnis zum Entleiher, das auf 3 Monate (ja, richtig gelesen – 3!!!!!!!!!!!!!!!!!!! – Monate) angelegt gewesen wäre, ließ mich auch nicht in Freudenschreie ausbrechen.

Was dazu führte daß

d) mir meine Disponentin, als ich dann selbst mehr als 6 Wochen vor dem ersten Tag der neuen Stelle kündigte, auch noch versuchte Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Kununu taugt auch nichts mehr.

Gefunden hatte ich mit Hilfe einer anderen Personalvermittlung eine Stelle in der Nähe von Sulzemoos, unbefristet, in Festanstellung, gute Rahmenkonditionen, mit einem einfachen Arbeitsweg von nicht mal 20 km. Perfekt also, dachte ich.

Eingestellt wurde ich als Sachbearbeiterin für Reklamationen. Soweit so gut, alles hätte ein schönes Ende haben können, gekrönt durch die Tatsache, daß meine Ex-Disponentin auch nicht mehr in meiner vorhergehenden Zeitarbeitsfirma tätig ist. Es war eine große Erleichterung für mich, das zu lesen, da ich sonst eine künftige Zusammenarbeit mit dieser kategorisch ausgeschlossen hätte (auf die Gefahr hin, wieder diese Disponentin zu bekommen – wohlgemerkt, die beiden anderen die ich zuvor dort hatte waren das genaue Gegenteil: aufmerksam, auf mein und das Wohl des Kunden bedacht, umsichtig und verständnisvoll).

Wäre da nicht…. Ja, wäre da nicht die Tatsache, daß auch dieses Unternehmen sich in Zeiten der Umstrukturierung des Unternehmens gedacht hat, meine Abteilung anders auszurichten. Ironie des Schicksals: Ich erhielt meine Kündigung innerhalb der Probezeit, weil die Abteilung mehr in Richtung Vertrieb ausgerichtet werden soll. Und ich eben zwar – Zitat: „eine gute Sachbearbeiterin“ bin – „aber eben nicht mehr“. Sprich: Ich bin nicht gut im Vertrieb. Die Stelle war so auch nicht ausgeschrieben, es stand davon nichts in meiner Stellenbeschreibung oder im Arbeitsvertrag, und hätte man mir das von Anfang an gesagt, hätte ich den Job vermutlich gar nicht erst angenommen.

Nichtsdestotrotz habe ich viel gelernt, was ja nun auch nicht schadet.

Aber was ich eigentlich erzählen wollte: Nun hab ich das Kreuz mit der Agentur für Arbeit.